Dieser Masterplan für die Umwandlung eines ehemaligen Kasernengeländes in ein neues Stadtquartier nimmt das Hauptcharakteristikum des vorgefundenen Bestandes zum Ausgangspunkt seiner Erneuerung. Ein bestehendes Straßenraster mit üppigem Baumbestand wird zu einem „grünen Netzwerk“ uminterpretiert. Eine neue Straßenerschließung wird als effizientes „weißes Netzwerk“ hinzugefügt. Es entsteht eine Figur sich überlagernder, invertierter Blöcke: Vier Eckbebauungen gruppieren sich zu einem Geviert um einen urbanen Quartiersplatz und sind zugleich Teil des übergreifenden grünen Netzwerks mit landschaftlichem Charakter. Auf den einzelnen Bebauungsinseln können Wohneinheiten in urbanen und suburbanen Typen entstehen – als Blockrand, Zeile oder Punkthaus.

Im Süden und Westen sind große zusammenhängende Parkbereiche für Freizeitaktivitäten angeordnet, in die auch zwei neue Schulbauten eingebettet sind. An den Haupterschließungen im Norden sowie am Quartierszentrum entlang der querenden Straßenbahntrasse entstehen höhere Bauten. Eine Sequenz von Punkthochhäusern markiert den zentralen Platzraum, für den eine Mischung aus Einzelhandel, Büronutzung sowie sozialen und kulturellen Einrichtungen vorgesehen ist.

Dieses städtebauliche System kommt dem modernen Bedürfnis nach der Gleichzeitigkeit von Grün- und Sportflächen mit urbaner Infrastruktur nach. Es vermittelt zwischen Dichte und Weite, zwischen urbanem und Gartenraum, zwischen rationaler Struktur und informellem Wohnumfeld.

Aufgabe

  • Masterplan für ein durchmischtes Wohnquartier mit Gewerbe- und Einzelhandelsflächen sowie Schul- und Freizeiteinrichtungen auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne

Bauherr

  • Landeshauptstadt München / Referat für Stadtplanung und Bauordnung

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 582.000 m²
  • Wettbewerb: 2013, 6. Rang