Der Anlass für die Entwicklung dieses zeitgenössischen Wohnquartiers im Westen Kreuzbergs war der Plan, ein Bürohochhaus aus den 1970er-Jahren zu einem Wohngebäude umzunutzen. Die Struktur des Entwurfs baut auf dem Palimpsest des Grundstücks am Rande der Berliner Friedrichstadt auf, dessen Blockstruktur des 19. Jahrhunderts nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs mit einer modernen Stadtlandschaft überplant wurde, die jedoch nie vollständig zur Ausführung kam.

Der neue Vorschlag interpretiert diese überlagerten Strukturen, setzt aber auch eigene Akzente. So wird im Verlauf der einst geplanten Stadtautobahn im Norden ein öffentlicher Grünzug vorgeschlagen, in der Mitte ein Wohnquartier am Park und im Süden ein gemischt genutztes Quartier am Kanal, das das bestehende Hochhaus rahmt. So entsteht eine Komposition von Einzelfiguren und Zwischenräumen, die an die bestehenden Bauten, Räume und Wegebeziehungen anknüpft und beide städtebaulichen Haltungen miteinander vereint: die freie Anordnung von Solitären und die Fortsetzung der Kreuzberger Straßenräume.

Jeweils zwei Wohnblocks werden mit einem gemeinsamen Hofgarten zu einem „Urban Table“ verbunden, sodass eine klare Hierarchie von halböffentlichen und öffentlichen Zonen entsteht. Die groß angelegte Gemeinschaftsnutzung des Erdgeschosses als aktive „Stadtebene“ verleiht dem ganzen Quartier Leben und Identität. Es entsteht ein offener Stadtbaustein von großer typologischer Vielfalt, der das städtische Wohnen in Berlin in eine neue Dimension fortschreibt.

Aufgabe

  • Masterplan für ein städtisches Sanierungsgebiet mit Mischnutzung aus Wohnen, Einzelhandel, Büros, Hotel, Kindertagesstätte; ein bestehendes Hochhaus wird erhalten und umgenutzt

Bauherr

  • CG Gruppe AG

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 68.300 m²
  • Wettbewerb: 2014, 1. Preis