© Margot Gottschling

Das Gebäudeensemble der Evangelischen Brückenschlag-Gemeinde in Köln besteht aus einer kleinen Gebetskapelle, einem Glockenturm und dem Kirchenbau selbst. Ein vorgefundener Baumhain fungiert als zentraler Raum, der dieses Ensemble zusammenbindet. Er bietet ein großartiges Entrée und einen geschützten und zugleich offenen Platz für Veranstaltungen der Gemeinde. Man betritt ihn über eine niedrige Freitreppe, die von dem exponierten Glockenturm städtebaulich akzentuiert wird.

Mit seinem zentralen Kirchenschiff und den räumlichen Aufweitungen beiderseits des Altars, die dem Hauptraum hinzugeschaltet werden können, reinterpretiert die einfache Immanuelkirche die klassische Form der Basilika für eine kleine moderne Kirchengemeinde. In zwei Seitenflügeln sind Sakristei, Gruppenräume, Musikzimmer und Küche untergebracht; eine Empore über dem Foyer bietet zusätzliche Sitzgelegenheiten. Die Altarwand ist als raumhoher Screen aus farbigen Holzlamellen vielfacher Schattierungen gebildet; dahinter liegt eine Orgel verborgen, die von einer anderen Kirche „geerbt“ wurde.

Alle drei Bauteile des Ensembles sind außen mit diagonaler Holzschalung verkleidet, im Innenraum bleiben die vorgefertigten Holztafelbauelemente und Stützen als Rohbau unverkleidet. Der eindringliche Charakter der Immanuelkirche entsteht unter anderem durch die Lichtführung, die die Altarwand und die gegenüberliegende Mattscheibe akzentuiert, auf der die Schatten der benachbarten Bäume ein natürliches Pendant zu der Farbkomposition des Screens bilden.

© Margot Gottschling
© Annette Kisling
© Annette Kisling
© Annette Kisling
© Annette Kisling
© Annette Kisling
© Annette Kisling
© Margot Gottschling

Aufgabe

  • Evangelische Kirche und Gemeindezentrum

Bauherr

  • Evangelische Brückenschlag-Gemeinde Köln-Flittard / Stammheim

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 838 m²
  • Wettbewerb: 2009, 1. Platz
  • 2009 — 2013