© Michael Hübner

Dieses Wohngebäude für eine Baugruppe in Berlin steht umgeben von Bäumen am Rande eines dichten Ensembles von Bauten, die Ende des 19. Jahrhunderts für das preußische Militär errichtet wurden. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bestand fremdgenutzt und seit Beginn des 21. Jahrhunderts bereits durch ein Ateliergebäude und verschiedene Aufbauten ergänzt.

Von den historischen Nachbarn hat das Haus die hohen Decken, die großzügigen Fenster und die einfache Grundstruktur geerbt, mit der diese bereits seit rund 120 turbulenten Jahren unterschiedlichste Nutzungen beherbergt haben. Sein Außenvolumen ist einerseits ein Resultat der Bauregeln des Grundstücks vor Ort. Andererseits sind seine von Etage zu Etage wechselnden inneren Räumlichkeiten (und die daraus folgenden Fassadenvariationen) das Produkt der individuellen Vorstellungen, die die verschiedenen Mitglieder der Baugruppe vom Wohnen und Arbeiten haben.

Die Differenzierung der Außenhaut in Putz- und Sichtbetonflächen vermittelt ein Bild der unterschiedlichen Belastung der durchgehend als Tragstruktur funktionierenden Außenwand. Insgesamt ist das Haus 9 ein Gebäude, das mit neuem Realismus zwischen Ausnutzung der baurechtlichen Möglichkeiten des Grundstücks, einfachem Tragwerk bei höchster Offenheit des Grundrisses – und damit Flexibilität –, robuster Materialität und hoher Individualität der einzelnen Parteien ein starkes und elegantes Gesamtbild erzielt.

© Jan Bitter
© Jan Bitter

Aufgabe

  • Wohn- und Ateliergebäude

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 2.300 m²
  • 2011 — 2015