Alessandra Chemollo © Polymnia Venezia

M9 ist ein Museum für die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Es ist Teil eines kleinen, neu entstehenden Museumsviertels in Mestre, auf Venedigs terra ferma, und Triebfeder einer angehenden Stadterneuerung. Teils Bildungs- und teils Veranstaltungsort, dient es als komplementäres Gegenüber zu der vom Tourismus dominierten Inselstadt vor allem als Ort lokaler Identifikation.

Den Mittelpunkt des Viertels bildet ein kleiner Museumsplatz, der Teil einer neuen Wegeverbindung von der zentralen Piazza Erminia Ferretto zur Via Cappuccina ist. Diese Diagonale durch einen bisher unzugänglichen Block wird vom Hauptgebäude des Museums und einem kleineren Verwaltungsbau flankiert und führt weiter durch den Innenhof des Convento delle Grazie, einem Klosterbau aus dem 16. Jahrhundert, der saniert und umgenutzt wurde. Restaurants und Geschäfte in den Erdgeschosszonen beleben den gesamten Weg durch den Block.

Auch das Museumsgebäude beherbergt im Erdgeschoss öffentliche Funktionen wie Mediathek, Auditorium, Museumsshop und Café. Die Ausstellungs- und Veranstaltungsbereiche in den Obergeschossen erreicht man über eine dramatisch inszenierte Treppe. Eine Dauerausstellung führt auf „narrativen Pfaden“ durch die Moderne Italiens, eine tagesbelichtete White Box auf der obersten Etage steht für Wechselausstellungen zur Verfügung.

M9 ist ein aktives Museum ohne Schwelle zwischen Innen und Außen, das Bewohner wie Touristen, Jung wie Alt adressiert und als sozialer Ort die Essenz der europäischen Stadt am Leben erhält.

Alessandra Chemollo © Polymnia Venezia
Alessandra Chemollo © Polymnia Venezia
Alessandra Chemollo © Polymnia Venezia
Alessandra Chemollo © Polymnia Venezia
Alessandra Chemollo © Polymnia Venezia
Alessandra Chemollo © Polymnia Venezia

Aufgabe

  • Museumsneubau mit Mediathek und Auditorium sowie Umnutzung von Bestandsgebäuden zu Büros, Konferenzzentrum, Einzelhandel, Gastronomie

Bauherr

  • Fondazione di Venezia

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 25.600 m²
  • Wettbewerb: 2010, 1. Preis
  • 2014 — 2018