Durch die zunehmende Bedeutung der internationalen Organisation für medizinische Nothilfe Médecins Sans Frontières (MSF) ist die Errichtung eines neuen Hauptgebäudes für das operationelle Zentrum in Genf notwendig geworden. Dieses soll in unmittelbarer Nähe zu den Vereinten Nationen entstehen.

Das Haus setzt sich aus unterschiedlich proportionierten Räumen zusammen, welche das Arbeiten in großen, mittleren und kleinen Gruppen fördern. Das Haus verfügt über großzügige Konferenzräume, die den Abteilungen zur gemeinsamen Besprechung dienen. Einzel- und Gruppenbüroräume sind locker auf den Etagen verteilt, so dass dazwischen immer wieder Flächen entstehen, die als offene Kommunikations- und Arbeitsplätze nutzbar sind. Neben der zentralen Vertikal-Erschließung zieht sich durch das ganze Haus eine offene Treppe, welche die starre Trennung zwischen den Geschossen aufhebt.

Die vernetzte und transparente Raumstruktur bietet einen adäquaten Rahmen in Analogie zur Arbeitsweise der Organisation. Im Erdgeschoss bieten ein Restaurant mit Terrasse und das Foyer mit angeschlossenem Konferenzbereich öffentliche Nutzungen an, die die Belebung des neu entstehenden Quartiersplatzes begünstigen.

Die Fassade ist als Holzkonstruktion mit hohem Verglasungsanteil konzipiert, was den Kernthemen von Transparenz und Nachhaltigkeit entspricht. Begrünte Loggien erlauben auf verschiedenen Etagen den Austritt ins Freie. Die individuellen Raumproportionen zeichnen sich an der Fassade ab und setzen sich wie ein riesiges Puzzle zu einem klaren Gebäudevolumen zusammen, analog zur Organisation MSF, die sich aus Individuen zusammensetzt, die ein gemeinsames Ziel verfolgen.

Aufgabe

  • Neubau des operationellen Zentrums für die Hilfsorganisation Ärzte Ohne Grenzen / Médecins Sans Frontières

Bauherr

  • Médecins Sans Frontières

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 14.680 m²
  • Wettbewerb: 2017, 2. Preis, zur Planung beauftragt
  • 2018 — 2022