© Jan Bitter

Woodie ist das (derzeit weltweit) größte Wohnbauprojekt in Holz-Modulbauweise und bietet Microappartments für 371 Studierende. Als Teil eines neuen Wohnquartiers in Hamburg-Wilhelmsburg knüpft es an den experimentellen Charakter der IBA 2013 an, und verschreibt sich den Grundsätzen des Universal Designs: nachhaltig, einfach, inklusiv.

Mit seiner kammartigen Struktur nimmt der Neubau Bezug auf den kleinteiligeren Maßstab seiner Umgebung und schreibt damit die städtebauliche Figur der benachbarten Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen entlang einer vielgenutzten Fußweg- und Fahrradverbindung fort.

Nutzung, Funktionsverteilung sowie Konstruktionsprinzipien sind von außen deutlich ablesbar. Das Erdgeschoss und die drei Erschließungskerne sind in konventioneller Stahlbetonbauweise mit einer zweiten Schale aus Sichtbetonfertigteilen ausgeführt. Das EG bildet eine Art Betontisch aus, welcher im Bereich der kürzeren Querriegel auskragt; unterhalb der Auskragung befinden sich vollverglaste Räume für Gemeinschaftsnutzungen und Gastronomie. Auf dem Betontisch stapeln die 371 Wohnmodule sich zu fünf bzw. sechs Obergeschossen. Das Luftgeschoss zwischen den Kernen bietet Raum für 400 überdachte Fahrradstellplätze und öffnet den Blick zur Rückseite des Grundstücks.

Die Farbigkeit wird bestimmt durch die beiden wesentlichen Konstruktionsmaterialien: Sichtbeton und Holz. Alle darüber hinaus verwendeten Materialien und Komponenten (Bodenbelag, Steckdosen, Fensterprofile sowie im Außenbereich Verblechungen) sind anthrazitfarben dagegen abgesetzt.

Die 20 m² großen Apartments wurden inklusive ihrer Einbauten komplett aus Brettschichtholz (Fichte) vorgefertigt. Mit Ausnahme des Bodens aus Naturkautschuk sind alle Oberflächen holzsichtig belassen worden. Sie schaffen ein angenehmes und gesundes Raumklima. Die hinterlüftete elementierte Vorhangfassade aus vorvergrauter Lärche wurde ebenfalls vorgefertigt, ihre Unterkonstruktion sowie sämtliche Wärme- und Schall-Dämmschichten rundum bereits an den Modulen vormontiert.

Mit den im Brandschutznachweis genehmigten Abweichungen für die Ausbildung der tragenden Wände und Decken in Holz wurde in Hamburg ein Präzedenzfall geschaffen, der eine Änderung in der Landesbauordnung auf den Weg gebracht hat. So ist Hamburg seither das zweite Bundesland, in dem Gebäude bis zu 22 Metern Höhe / Gebäudeklasse 5 in Holzbauweise errichtet werden dürfen.

© Jan Bitter
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© PRIMUS developments GmbH/Senectus GmbH; Photo: Götz Wrage
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Aufgabe

  • Modulares Wohnhaus für Studierende mit Co-Working-Spaces und Café

Bauherr

  • Dritte PRIMUS Projekt GmbH ein Joint-Venture von PRIMUS und Senectus

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 13.510 m²
  • Wettbewerb: 2014, 1. Preis
  • 2016 — 2017