Das Münchner Volkstheater soll einen neuen Standort auf einem ehemaligen Viehhof-Gelände  erhalten. Als eine der wichtigsten Bühnen in München verfügt der Theaterbau neben der Hauptbühne auch über eine zweite Spielstätte, eine Probebühne, Werkstätten sowie über weitere öffentlich zugängliche Bereiche wie ein Restaurant und einen Biergarten.

Wie eine Klostermauer umfasst ein Fassadenband den Gebäudekomplex. Dieses rahmende Band ist so perforiert und durchlässig, dass der öffentliche Eintritt von der Stadt her in diese innere Welt des Theaters ganz selbstverständlich und schwellenfrei erfolgen kann. Im Inneren werden städtische Freiräume etabliert, die neben dem Theaterspiel auch vielfältige weitere öffentliche Aktivitäten zulassen, organisierte und spontane. So werden das Foyer, die Probebühne, das Restaurant und der Biergarten förmlich zum Wohn- und Speisezimmer der Stadt.

Seiten- und Hinterbühne, Garderoben, Werkstätten sind wie funktionale Fabrikbauten als klare, kubische Volumen entworfen. Diese Bausteine bilden zusammen mit dem vorhandenen Altbau an der Zenetti-Straße einen Ring um die Hauptbühne, so dass einerseits für das Publikum und andererseits für die Akteure eine klare und effiziente Erschließung entsteht. Dieser Ring kann für herkömmliche Spielsituationen in einen Publikumsbereich und einen Hinterbühnen-Bereich unterteilt werden. Die Anordnung erlaubt auch eine Verschiebung und Verwandlung dieser Grenze, so dass durch neue Blickbeziehungen und Zugänglichkeiten der dienenden Bereiche die Möglichkeiten des Theaters um eine neue Dimension erweitert werden.

Der Stadtraum wird zur Bühne, die Bühne zum Stadtraum. Das zeitgenössische Theater wird zu einem großen Laboratorium zwischen Wirklichkeit und Spiel, bei dem die Grenzen zwischen den Welten immer wieder neu justiert werden. Die perforierte, metallische Fassade, die sich um das Gebäude wickelt, findet sich auch im Innern wieder und bewirkt zum einen räumliche Fassung, lässt jedoch gleichzeitig Durchblicke in die zweite und dritte Raumschicht zu.

Aufgabe

  • Neubau Münchner Volkstheater

Bauherr

  • Baureferat LH München

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 30.120 m²
  • Wettbewerb: 2017