© Philipp Obkircher

Der Berliner Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) in Berlin-Tiergarten — der sogenannte „Bendlerblock" — soll erweitert werden. Der noch erhaltene Teil des Bestandsgebäudes ist Teil eines Komplexes, der 1914 als Reichsmarineamt erbaut und während der NS-Zeit u. a. als Oberkommando des Heeres genutzt wurde. Eine Gedenkstätte im östlichen Teil des Komplexes erinnert an die Widerstandsgruppe um Claus Graf von Stauffenberg; ein Ehrenmal an der westlichen Grundstücksgrenze gedenkt der im Einsatz gefallenen Soldaten der Bundeswehr. Gegenstand des städte- und hochbaulichen Wettbewerbs war die Bebauung der westlichen, derzeit weitgehend leerstehenden Hälfte der Liegenschaft.

Der Entwurf stellt die Raumkanten am Reichpietschufer und der Hildebrandtstraße wieder her, in die der Bendlerblock ursprünglich eingebettet war. Mittelpunkt der Anlage ist ein neu gestalteter Paradeplatz, der sich nach Westen zur Straße öffnet. Zwei symmetrisch angeordnete Neubauten geben dem Platz mit ihren konkav geformten Fassaden einen formalen Rahmen. Ein drittes Haus erschließt die Liegenschaft nach Norden, es bildet einen räumlichen Abschluss zu einem vorhandenen Robinienwäldchen.
Im Stadtraum erscheint das Ensemble als ausgewogene Komposition subtil differenzierter Volumen. Besonders am Reichpietschufer präsentiert sich der neue Komplex mit eigenständiger Identität und wahrt zugleich die historische Kontinuität.

Durchgehende Traufen verbinden Alt- und Neubau zu einem Ensemble mit verwandter, mineralischer Oberfläche. Der Altbau zeigt zwei Gesichter: eine robuste, zurückhaltende Hoffassade im Westen und eine repräsentative Schaufassade zum öffentlichen Raum im Süden. Die Neubauten nehmen diesen Kontrast auf und führen ihn in einer einheitlichen Gestaltung zusammen — sachlich im Charakter, mit einer zurückhaltend festlichen Note.

© Hans Bach

Aufgabe

  • Weiterentwicklung des Berliner Dienstsitzes des Bundesministeriums der Verteidigung

Bauherr

  • Bundesministerium der Verteidigung
    vertreten durch das
    Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 32.700 m²
  • Wettbewerb: 2025

Standort

Projektteam