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Der Campus der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Rostock-Lichtenhagen umfasst ein Lehrgebäude für 600 Studierende und zwei Wohngebäude, die einen öffentlichen Grünraum rahmen. Die Gebäude sind zum überwiegenden Teil aus Holzmodulen hergestellt und bieten neue Räume zum Lernen, Wohnen, Freizeit und Sport. Der Campus trägt zur Weiterentwicklung des Stadtteils bei, in dem er einen neuen Ort der Begegnung schafft, an bestehende Strukturen anknüpft und nachhaltige Bauweisen in Architektur und Grünraumplanung musterhaft umsetzt.

Städtebauliches Konzept

Die Umgebung der Hochschule ist geprägt von großmaßstäblichen Gebäudefiguren in Großtafelbauweise, die ein System von öffentlichen und halböffentlichen Außenräumen beschreiben. An die Grünstruktur und die Volumetrie knüpft der neue Campus sowohl im Maßstab als auch in der Platzierung seiner Gebäudekörper an. Drei langgestreckte Baukörper rahmen und verdichten den öffentlichen Park, sodass zwei Hauptbereiche mit eigenem Charakter entstehen: das angehobene Gartenplateau zwischen den beiden Wohnriegeln, unter dem der ruhende Verkehr untergebracht ist, und das ebenerdige, grüne Zentrum vor dem Hochschulgebäude. Gezielte Ein- und Ausblicke werden durch die offene Gestaltung unterstützt.

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Erdgeschosszonen und Wohnriegel

Die Erdgeschosszonen sind durchgehend mit öffentlichen Nutzungen bestückt: mit Mensa, Hörsälen, Bibliothek und weiteren Funktionen im Bereich der Hochschule sowie mit Freizeiteinrichtungen für alle Studierenden unter den beiden siebengeschossigen Wohnriegeln. Zusammen mit der farbigen Behandlung der Fassaden löst die mehrfach leicht geknickte Gebäudeform die repetitive Natur der modularen Studierendenwohnheime auf. Auch die Flure der Obergeschosse werden durch die Knicke in übersichtliche Raumabschnitte gegliedert, von denen jeder eine Gemeinschaftsküche sowie zwei Wohnungen für besondere Bedürfnisse enthält.

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Das Hochschulgebäude

Das als „Groundscraper" konzipierte, 130 Meter lange Hochschulgebäude fasst den Campus im Norden. Die klare Raumkante ist in den Obergeschossen durch alternierende Pavillons und Höfe aufgelockert, die Erdgeschossfassade ist transparent gehalten und lässt von einem überdachten Parkweg aus Einblicke in die Erdgeschossnutzungen zu. Intern ist das Gebäude entlang einer viergeschossigen Erschließungsachse organisiert, welche die Lehrräume sowie die Verwaltungseinrichtungen der verschiedenen Fakultäten und die zahlreichen weiteren Funktionen einer modernen Bildungseinrichtung miteinander verknüpft. Angelegt als großzügiger, natürlich belichteter Erschließungsraum, schafft diese Magistrale eine Vielzahl zusätzlicher Aufenthaltsbereiche für selbstorganisiertes Lernen.

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Nachhaltigkeit im Detail

Mit dem Nachhaltigkeitskonzept werden vor allem im Bereich der grauen Energie neue Wege beschritten: Das gesamte Projekt wird in einer ressourcenschonenden, weitgehend CO2-reduzierten und emissionsarmen Holz-Hybrid- und Holzmodulbauweise errichtet. Für ein Projekt mit einem Umfang von 1000 Moduleinheiten ist dies bislang ohne Beispiel.

Der öffentliche Park sorgt mit seinen heimischen und klimaresistenten Gehölzen für sommerliche Kühle und bietet einen neuen Lebensraum für Kleintiere und Insekten. Das gesamte Regenwasser versickert auf dem Grundstück über offene Retentionsmulden. Die Retentionsdächer sind zusätzlich mit großflächigen PV-Anlagen ausgestattet. Kompakte Gebäudehüllen mit aktivem und passivem Sonnenschutz bieten im Sommer wie im Winter beste Voraussetzungen für einen reduzierten Energieverbrauch.

Nachhaltigkeit bedeutet, wo immer möglich auf Verkleidungen zu verzichten. So wurden in den Innenräumen die Materialien weitgehend sichtbar belassen. Das Holz mit seiner lebendigen und warmen Färbung verleiht selbst größeren Räumen eine angenehme Atmosphäre und schafft einen guten Kontrast zu den Betonoberflächen der Sockel- und Erschließungsbereiche. Die Wohngebäude sind von außen mit Holz verkleidet; eine Kaskade von verschiedenen breiten Holzlatten sowie farbig beschichtete Nuten verleihen ihnen zusätzliche optische Lebendigkeit.

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Neue Qualitäten öffentlichen Bauens

Der Campus steht in einem Stadtteil, dessen Bebauung von industriell gefertigten Beton-Großtafelbauten geprägt ist. Mit der Holzmodulbauweise wird das Prinzip des seriellen Bauens unter heutigen technischen und ökologischen Rahmenbedingungen weitergeführt. Während damals vor allem die schnelle Bereitstellung von Wohnraum im Vordergrund stand, prägen heute Aspekte wie Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit, Dauerhaftigkeit und Nutzungsqualität die Planung.

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Aufgabe

  • Hochschulcampus bestehend aus zwei Wohngebäuden und einem Lehrgebäude mit Auditorien, Seminarräumen, Mensa und Bibliothek

Bauherr

  • Staatliches Bau- und Liegenschaftsamt Rostock

in Kooperation mit

  • Kaufmann Bausysteme GmbH mit Primus Developments GmbH

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 51.200 m²
  • Wettbewerb: 2023, 1. Preis
  • 2026

Standort

Projektteam

  • Peter Apel
  • Jürgen Bartenschlag
  • Alessandro Bucchi
  • Zirui Fu
  • Stefan Fuhlrott
  • Julia Garcia
  • Tom Geister
  • Mina Gospavic
  • Asya Güney
  • Lea Hirschmann
  • Hannah Idstein
  • Lariza Johnen
  • Krenare Juniku
  • Weronika Kessler
  • Farah Khattab
  • Philipp Koch
  • Denis Kolesnikov
  • Nisa Kömürcü
  • Celia Landry
  • Catarina Medroa
  • Isis Perez Martin
  • Meta Popp
  • Ilona Priwitzer
  • Amelie Schleifenheimer
  • Hilary Simon
  • Yinan Sun
  • Ludwig Thanhäuser
  • Gregory Then
  • Lu Zhang