Inmitten des Parlamentsviertels entsteht ein modularer Bürobau für den Deutschen Bundestag. Der Baukörper reagiert auf sein komplexes Umfeld mit großer Einfachheit: Ein simpler H-Grundriss vermittelt zwischen der Kammstruktur des Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und der Blockrandkante des angrenzenden Quartiers.

Durch die H-Formation ergeben sich zwei Gebäudeteile mit unterschiedlichen Qualitäten und ihren Höfen: der südliche Teil bietet sich als Cour d’honneur an, über den man die halböffentlichen Bereiche und die großzügige Treppenanlage erreicht. Der nördliche Teil – durch eine Glaswand gegen den Lärm der Stadtbahn geschützt - beherbergt einen grünen Innenhof, den Hauptsicherheitsbereich und die meisten der 400 Büros.

Alle Büros - von denen jeweils zwei zu einem Doppelbüro zusammenschaltbar sind - wurden als vorgefertigte Massivholzmodule konzipiert. Werkseitig werden Fensterelemente, ein Holzrahmen mit Wärmedämmung und integrierter Sonnenschutzanlage und eine Unterkonstruktion für die Fassadenbekleidung aus farbigem Glas in das Modul eingebaut. Lediglich die Bodenplatte, die Technikräume im Erdgeschoss und das zentrale Atrium werden in Stahlbetonfertigteilbauweise errichtet. Das Materialkonzept der Innenräume folgt der konstruktiven Logik dieser Hybridkonstruktion, die Rohbaumaterialien Holz und Beton bleiben hier sichtbar.

Aufgrund der Modulbauweise ist das Gebäude besonders rückbaufähig. Einzelne Module können leicht an einem anderen Ort wieder aufgebaut oder recycelt werden. Die etwa 5000 m³ Holz, die in den 470 Modulen verbaut sind, werden in den nächsten 15 Jahren nachwachsen.

Aufgabe

  • Modularer Holzbau mit Büros und Konferenzräumen für den Deutschen Bundestag

Bauherr

  • Deutscher Bundestag

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 15.900 m2
  • Wettbewerb: 2020

Projektteam

Sibylle Bornefeld

Luca Di Carlo

Daniel Eichenberg

Natalie Hipp

Erik Levander

Jorge Martinez

Jan Müller

Nelson Schleiff

Hilary Simon

Emma Whitehead