Am Ort der „Schinkel’schen Bauakademie“ ein neues Zentrum zu errichten, das sich – in Analogie zu der dort ursprünglich beheimateten Institution – um Themen des Bauens bemüht, ist eine sehr unterstützenswerte Idee.

Die gebaute Umwelt betrifft jeden einzelnen Menschen, selbst wenn nur wenige aktiv an ihrer Gestaltung teilnehmen. Die neue Bauakademie sollte daher ein attraktiver und lebendiger Ort sein, der über alle Aspekte der Produktion, der Benutzung, des Unterhalts und der Verbesserung der gebauten Umwelt spricht. Sie wird ein Forschungs-, Studien- und Informationsort sein in der kontinuierlichen Diskussion, wie die Disziplin der Architektur (im weitesten Sinn) in angemessener Weise auf die Herausforderungen der Gegenwart reagieren kann.

Allerdings scheint es verfrüht, die detaillierte Programmatik und Funktionsweise einer solchen Institution fixieren zu wollen, bevor die Randbedingungen seiner Existenz nicht einmal andeutungsweise geklärt sind. Und ohnehin wird eine lebendige Institution sich über die Jahre ständig ändern.

Ein neues Gebäude muss also flexibel genug sein, alle denkbaren (und auch noch nicht bekannte) Formate zu bedienen: Wir brauchen Ausstellungshallen, Bühnen und Veranstaltungslocations, Einrichtungen für Konferenzen und Seminare, wir denken an Studios, Medialabs und Werkstätten und stellen uns soziale Orte wie ein Café oder einen Salon vor, sogar Einzelhandelslokale, Büroräume und vielleicht einen „Späti“. Um all dies (und mehr) zu ermöglichen, brauchen wir eine Struktur, die unterschiedlichste Raumformationen prinzipiell ermöglicht und der „neuen Bauakademie“ die Chance gibt, sich über die Jahre zu ändern und zu entwickeln.

Für den heutigen Zeitpunkt ist deshalb vor allem festzuhalten, dass ein zukünftiges Gebäude – unabhängig von Fragen der Rekonstruktion – dieser und zukünftigen Generationen als ein gut funktionierendes Werkzeug dienen muss, das je nach Betriebskonzept unterschiedlichste Bespielungen ermöglichen kann.

Aufgabe

  • Ausstellungsbereich, Seminar- und Konferenzräume, Coworking, Shops, Showroom

Bauherr

  • Bundesrepublik Deutschland / Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 10.520 m²
  • Wettbewerb: 2018

Projektteam

  • Mohammed Alhaj Kanama 
  • Tom Geister
  • Marina Stoynova