© Helmuth Scham BFF

Das 360° Panorama ist nicht nur aufgrund des großformatigen Bildes von Yadegar Asisi ein neuer, außergewöhnlicher Anziehungspunkt in Konstanz und der Bodenseeregion. Auch das umschließende, 52 Meter hohe, Ausstellungsgebäude bildet einen markanten Akzent am westlichen Eingang der Konzilstadt. Das 360° Panorama bietet im Inneren eine immersive Zeitreise in das spätmittelalterliche Konstanz zur Zeit der großen Kirchenversammlung der Jahre 1414 bis 1418. Zugleich tritt das Gebäude im zeitgenössischen Stadtraum als weithin sichtbare polychrome Skulptur in Erscheinung.

Fassade in Bewegung

Das Panorama ist inmitten einer Auffahrt zur grenzüberschreitenden Europabrücke platziert. Wenn man – vor oder nach der Querung des Flusses – den Höhenunterschied zwischen Brücke und Rhein auf einer spiralförmigen Straßenrampe überwindet. erlebt man aus nächster Nähe die Fassade des Panoramas mit ihrer Faltung und den zwischen warmen und kalten Tönen changierenden Farbflächen. Im Gegensatz zur realistischen Szenerie im Innern des Gebäudes, wird man hier mit einer abstrakten Komposition konfrontiert, die die Strukturen von Horizont, Stadt und Landschaft suggeriert und gleichzeitig mit dem Eindruck von akzelerierenden mechanischen Rhythmen und variierenden Geschwindigkeiten spielt. Das Gebäude erscheint als dynamisches, sich ständig veränderndes Objekt.

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Zwei Panoramen

Nach Eintritt in das Gebäude gelangen die Besucher:innen zunächst in ein großzügiges Foyer mit Garderobe, Café und Museumsshop. Über einen Ausstellungsbereich, in dem die Geschichte des Konstanzer Konzils erzählt wird, gelangt man in den mehr als 30 Meter hohen und bis zu 41 Meter durchmessenden, ovalen Panoramaraum. Ein Aussichtsturm in der Mitte der Halle ermöglicht auf mehreren Ebenen den 360-Grad-Rundumblick auf das gemalte Panorama. Ist man über die Treppe oder den Aufzug auf der obersten Ebene dieses Turms angekommen, hat man einen beeindruckenden Blick über die gesamte mittelalterliche Stadt. Das Gebäude wird hier zur Theatermaschine und tritt visuell in den Hintergrund – entscheidend ist das großformatige Bild, das in einer atmosphärischen Licht- und Klanginstallation das Erlebnis des 6. Juli 1415 aufruft.
Über dem Panoramaraum befinden sich flexibel bespielbare Veranstaltungs- und Ausstellungsflächen und in 47 Metern Höhe schließlich bietet ein Restaurant mit Bar und Dachterrasse die zeitgenössische Variante des Panoramas mit dem Blick über Konstanz, den Bodensee und die Alpen.

Holzbau in neuer Größenordnung

Diese außergewöhnlichen Raumerlebnisse werden durch eine innovative Holz-Hybridkonstruktion ermöglicht, die den Panoramaraum stützenfrei überspannt. Über den beiden Sockelgeschossen aus Ortbeton bilden Brettschichtholzstützen und Holzriegel eine umlaufende Holzrahmenkonstruktion, auf der eine annähernd kreisrunde, unterspannte Holz-Beton-Verbunddecke, ähnlich einer inversen Kuppelkonstruktion, lagert. Die Konstruktion ermöglichte eine Reduktion des eingesetzten Betons und der damit verbundenen CO2-Emissionen; ein hoher Vorfertigungsgrad des Holzbaus verkürzte die Bauzeit.

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Ein Ort über die Stadt und für die Stadt

Das Panorama verbindet Kunst, Architektur und Ingenieurwesen zu einem Werk, das in zwei Richtungen wirkt: Als introvertierter Ausstellungsort und als extrovertiertes Stadtzeichen. Es vermittelt zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen Stadt und Bodenseelandschaft.

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Aufgabe

  • Ausstellungsraum für ein von Yadegar Asisi gestaltetes historisches Stadtpanorama, sowie eine begleitende Museumsausstellung zum Thema
    Panorama-Restaurant mit Dachterrasse und eine Eventetage für Veranstaltungen und Ausstellungen

Bauherr

  • Panorama Konstanz GmbH & Co. KG

Daten

  • Bruttogeschossfläche: 6.650 m²
  • 2017 — 2026

Standort

Projektteam