sauerbruch hutton

Während das 20. Jahrhundert als das Jahrhundert des Betons bezeichnet werden kann, erlebt der natürliche Baustoff zu Beginn des 21. Jahrhunderts weltweit eine Renaissance. Holz eröffnet eine andere Interpretation davon, was es heißt, modern zu sein. Funktionalität, Anpassungsfähigkeit, Materialgerechtigkeit und nicht zuletzt Schönheit, verbinden sich mit einem bemerkenswert niedrigen CO₂-Fußabdruck. Diese Renaissance wirft aber auch kulturelle Fragen auf und bringt vertraute Bilder in Bewegung.

sauerbruch hutton setzt sich bereits seit über 20 Jahren mit den vielfältigen Aspekten des Bauens mit Holz auseinander. Holz kommt als Fassadenmaterial, als tragende Struktur oder gar im mehrgeschossigen Modulbau zum Einsatz. Mit jedem Projekt lotet sauerbruch hutton das technische wie auch das atmosphärische Potenzial dieses lebendigen Baustoffs neu aus.

Die Ausstellung matière en résonance präsentiert anhand zahlreicher Modelle in unterschiedlichen Maßstäben und Materialien sowie großformatiger Fotografien die fortlaufende Auseinandersetzung von sauerbruch hutton mit Holz – einem Material, das Innovation und Tradition in Resonanz bringt.

jan bitter
jan bitter
jan bitter
jan bitter

Folgende Projekte werden in der Ausstellung gezeigt:

Jan Bitter

Umweltbundesamt
Dessau 2005

Die viergeschossige Fassade wurde als vorgefertigte Holzrahmenkonstruktion in zweigeschossigen Elementen montiert. Das Lärchenholz im Brüstungsbereich altert auf natürliche Weise und fügt sich dadurch harmonisch in die grüne Umgebung ein. Zwischen den Holz-Alu-Fenstern sind motorisch betriebene Klappen angeordnet, die für die kontrollierte Nachtlüftung im Sommer geöffnet werden. Die kühle Nachtluft durchströmt die Büros und kühlt die Massiv-Decken aus, so dass auf natürliche Weise ein angenehmes Raumklima entsteht.

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Immanuelkirche und Gemeindezentrum
Köln 2013

Alle drei Bauteile des Ensembles sind außen mit diagonaler Holzschalung verkleidet, im Innenraum bleiben die vorgefertigten Holztafelbauelemente und Stützen als Rohbau unverkleidet. Die Altarwand ist als raumhoher Screen aus farbigen Holzlamellen vielfacher Schattierungen gebildet; dahinter liegt eine Orgel verborgen, die von einer anderen Kirche „geerbt“ wurde. Der eindringliche Charakter der Immanuelkirche entsteht unter anderem durch die Lichtführung, die die Altarwand und die gegenüberliegende Mattscheibe akzentuiert, auf der die Schatten der benachbarten Bäume ein natürliches Pendant zu der Farbkomposition des Screens bilden.

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© Annette Kisling
© Jan Bitter

Hager Forum
Obernai 2015

Die gesamte Gebäudehülle ist aus Holz konstruiert. Das Dach überspannt eine Fläche von 108 x 39 m und wurde aus vorgefertigten, Holzrahmenelementen erstellt. Die Fassaden bestehen aus einer Holzrahmenkonstruktion mit Holz-Alufenster und einer äußeren Metall-Verkleidung. Fassade und Dach wurden als vorgefertigte Elemente angeliefert, was eine Verkürzung der Bauzeit ermöglichte.

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Universal Design Quartier
Hamburg 2017

Das Projekt war zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung das weltweit größte Wohnbauprojekt in Holz-Modulbauweise und bietet Microappartments für 371 Studierende. Die 20 m² großen Apartments wurden inklusive ihrer Einbauten komplett aus Brettschichtholz vorgefertigt. Mit Ausnahme des Bodens aus Naturkautschuk sind alle Oberflächen holzsichtig belassen worden. Sie schaffen ein angenehmes und gesundes Raumklima. Die hinterlüftete elementierte Vorhangfassade aus vorvergrauter Lärche wurde ebenfalls vorgefertigt, ihre Unterkonstruktion sowie sämtliche Wärme- und Schall-Dämmschichten rundum bereits an den Modulen vormontiert.

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© Jan Bitter
© Jan Bitter

Berlin Metropolitan School
Berlin 2020

Die Erweiterung des Schulgebäudes wurde als Holzkonstruktion konzipiert, was dank des hohen Vorfertigungsgrads die Bauzeit wesentlich verkürzt hat. Aufgrund ihres geringen Eigengewichts erforderten die Dachaufbauten aus Holz keine zusätzlichen Fundamente oder Eingriffe am Tragwerk der bestehenden Plattenbauten. Mit differenzierten Raumgrößen und -qualitäten wurden Orte für Gemeinschaft, Rückzug, selbstständiges Lernen und Gruppenarbeiten geschaffen. Der nachhaltige Baustoff Holz, im Inneren sichtbar belassen, schafft eine angenehme und gesunde Raumqualität für die Lernenden und Lehrenden.

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Luisenblock
Berlin 2021

Alle Büros wurden als vorgefertigte Massivholzmodule konzipiert. Werkseitig sind Fensterelemente, ein Holzrahmen mit Wärmedämmung und integrierter Sonnenschutzanlage und eine Unterkonstruktion für die Fassadenbekleidung aus farbigem Glas in das Modul eingebaut. Lediglich die Bodenplatte, die Technikräume im Erdgeschoss und das zentrale Atrium wurden in Stahlbetonfertigteilbauweise errichtet. Das Materialkonzept der Innenräume folgt der konstruktiven Logik dieser Hybridkonstruktion, die Rohbaumaterialien Holz und Beton bleiben hier sichtbar.

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© Jan Bitter
© Adrien Barakat

Médecins Sans Frontières
Genf 2022

Eine raumhaltige, begrünte Fassade macht die internen Strukturen des Gebäudes nach außen hin ablesbar. Eingefasst von großformatigen Holzrahmen bieten Balkone und Loggien Arbeitssituationen im Übergang zwischen Innen- und Außenraum. Wie ein riesiges Puzzle fügen sich die Rahmen zu einem klar definierten Volumen, analog zu einer Organisation individueller Spezialisten, die ein gemeinsames Ziel verfolgen.

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Franklin Village
Mannheim 2023

Die Neubauten sind in Holzrahmenkonstruktion mit Holz-Beton-Verbunddecken erstellt. Zusätzlich wurde ein Bestandsgebäude an der Nordostseite des Grundstücks saniert und durch eine zweigeschossige Aufstockung in Holzbauweise erweitert. Das Achsraster der Holzrahmenkonstruktion bildet eine konstruktive Grundlage, die auf einfache Weise eine hohe Grundrissvariabilität ermöglicht. Insgesamt wurde eine Vielfalt von Wohnungsgrößen wirtschaftlich umgesetzt, die mit den Flächenanforderungen unterschiedlicher Wohn- und Lebensbedürfnisse korrespondiert und Anpassungsmöglichkeiten für die Zukunft bietet.

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© Jan Bitter
© Jan Bitter

KI Pavillon
Heilbronn 2024

Die leichte, elementierte Holzkonstruktion wurde vollständig vorfabriziert. Bodenplatte, Decke und die gebogenen Wandelemente sind in Brettsperrholz, die seriellen T-Stützen in Brettschichtholz ausgeführt. Sämtliche Verbindungen aller Elemente können gelöst und wieder zusammengesetzt werden. Dies ermöglicht den Austausch einzelner Teile bis hin zu einer flexiblen Aufstellung und Wiederverwendung an verschiedenen Standorten. Die Verwendung von Leichtbaumaterialien sowie Vorfertigung und Elementierung führen zu einem effizienten Materialeinsatz und erleichtern die Rezyklierbarkeit der Bauteile.

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Panorama
Konstanz 2026

Ein stützenfreier Innenraum dieser Dimension – mit über 30 Metern Höhe und etwa 32 Metern Durchmesser - wird in diesem Projekt erstmals in Holzbauweise realisiert. Das Haupttragwerk über dem zweigeschossigen Erdgeschoss aus sichtbar belassenem Ortbeton stellt eine Sonderform der Holzrahmenbauweise dar. Die präzise Vorfertigung der Holzelemente im Werk verkürzt die Bauzeit und steigert die Ausführungsqualität erheblich. Die innovative Konstruktion reduziert den notwendigen Betonbedarf in erheblichem Umfang.

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2025 by Helmuth Scham BFF
© Jan Bitter

Bürogebäude für Bundesbehörden
Berlin 2026

In den Regelgeschossen sind Büros und Besprechungsräume als Holzmodule ringförmig um eine Mittelzone organisiert. Diese Module werden samt Einbauten im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle über fünf Geschosse auf einem Sockel aus Stahlbeton gestapelt. Das Dachgeschoss wird als Holz-Elementbau mit frei geformten raumbildenden Rahmen errichtet. Umbau und Erweiterung des Gebäudes können minimalinvasiv durchgeführt werden; Zwischenwände können dabei einfach entfernt oder ergänzt werden.

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Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung
Rostock 2026

Mit dem Nachhaltigkeitskonzept dieses Projekts werden vor allem im Bereich der grauen Energie neue Wege beschritten: Das gesamte Projekt wird in einer ressourcenschonenden, weitgehend CO2-reduzierten und emissionsarmen Holz-Hybrid- und Holzmodulbauweise errichtet. Für ein Projekt mit einem Umfang von 1000 Moduleinheiten ist dies bislang ohne Beispiel.

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Holz-Lehm Campus
Berlin 2026

Ziel war es den Einsatz von heimischem Kiefernholz zu maximieren. Das Tragwerk besteht aus Stützen und tragenden Wandscheiben im Fassadenbereich. Die Brandwand zur Nachbarbebauung ist ebenfalls aus Holz. Sogar die Bodenplatte ist eine unterlüftete Holzkonstruktion. Alle Decken sind tragende Holzbalken mit Lehmsteinfüllung. Zwei tragende aussteifende Wände werden in Lehmbauweise errichtet und auch nichttragende Innenwände erhalten eine Beplankung aus Lehmbauplatten. Die Materialität bleibt sichtbar und trägt neben dem Ausstellungseffekt zu einem angenehmen Büroklima bei.

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Die Ausstellung ist vom 3. bis zum 28. Februar 2026 in der Galerie d'Architecture de Paris zu sehen.

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Aufgabe

  • Ausstellung über Holzbauprojekte von sauerbruch hutton mit Modellen und Fotografien

in Kooperation mit

  • La Galerie d'Architecture

Daten

  • 2026

Standort

  • La Galerie d'Architecture, 11 Rue des Blancs Manteaux, 75004 ParisKarte öffnen

Projektteam